Dienstag, 3. Oktober 2017

Stellungnahme der IÖK zum aktuellen Wahlkampfspektakel


Für den Wahlkampf 2017 wurde das Thema „politischer Islam“ zum Hauptthema auserkoren - ein Garant für Wählerstimmen. Ja, es ist ein Thema, das uns alle beschäftigt und das diskutiert werden muss. Leider geht dies mit einer Pauschalisierung einher, die Abwertungen salonfähig macht.

Die Studie „Muslimbruderschaft in Österreich“ lieferte einen weiteren Höhepunkt in einer Serie von Attacken gegen gesellschaftlich aktive und um Partizipation bemühte MuslimInnen. Sie werden in der Öffentlichkeit stigmatisiert und ihnen wird dadurch demokratische Partizipation erschwert. Insgesamt werden Angehörige muslimischen Glaubens in erwünscht ("modern", liberal) und in unerwünscht ("konservativ", zu religiös) eingeteilt. Jede/r Muslim/in, der/die gesellschaftspolitisch kritische Meinungen hat, gilt als verdächtig.

Viele Musliminnen partizipieren mit Freude und Ausdauer an gesellschaftlichen Prozessen, und dann sind gerade sie es, die in die Nähe einer fiktiven Unterwanderungsbewegung gerückt werden.

Wenn gewisse politische Kräfte weiterhin daran festhalten, engagierte und politisch sowie religiös aktive Musliminnen als "Bedrohung" zu sehen, betreiben sie Ressourcen-Verschwendung und versäumen Möglichkeiten unsere Gesellschaft divers und nachhaltig beständig zu gestalten.

Demokratie, so heißt es, ist für alle da. Wir erleben jedoch das Gegenteil. Unsere Anliegen sind dieselben wie vieler Frauen in Österreich: Wir wollen Arbeit, Bildung, gute Zukunftsaussichten für unsere Kinder und ein würdiges Leben im Alter. Das wären die Agenden für einen Wahlkampf! Wir verwehren uns dagegen, als Ablenkungsmanöver herzuhalten. Und so stellen wir die Frage: Ist Diversität und Partizipation von Musliminnen in Österreich eigentlich wirklich erwünscht? Oder sind das nur Phrasen - von der Mehrheit bloß geduldet -die schnell weggepackt werden, wenn sie keine Wählerstimmen bringen?

 

Initiative Österreichischer Konvertitinnen (IÖK) 
Dr.in Ursula (Fatima) Kowanda-Yassin 
Mag.a Helga Suleiman

Mail.: ioekk@yahoo.at


Mittwoch, 27. September 2017





 

Vernetzungstreffen der IÖK in Wien


Am 23.09. fand das erste bundesweite Vernetzungstreffen der IÖK in Wien statt.
Unter dem Motto „Mit Frauenpower zu Gleichwertigkeit in der Gesellschaft kommen“ trafen sich ca. 30 Frauen aus vier Bundesländern ( Steiermark, Oberösterreich, Niederösterreich und Wien) um Impuls-Referate von engagierten Schwestern zu hören, Erfahrungen auszutauschen, Ressourcen zu sammeln und sich miteinander zu motivieren.

Wir bedanken uns sehr herzlich bei allen Teilnehmerinnen für ihren Einsatz, ihre Begeisterung und die gelebte Geschwisterlichkeit während der gemeinsamen Zeit!

InshaALLAH wird das nächste Treffen im Frühjahr in Graz stattfinden.
Nähere Informationen folgen zeitgerecht.


Sabrina Fuchs
(IÖK)